Was unsere Zähne mit besserem Schlaf zu tun haben

Aus dem Buch Endlich schnarchfrei, der Weg zu erholsamen Schlaf - ein Praxisbuch mit vielen Übungen

Franz T. Wenke

4 min read

A calm, inviting dental clinic room with soft lighting and comfortable seating.
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Was unsere Zähne mit Schnarchen zu tun haben

Ich hatte eine große Zahnoperation. Diese hinderte mich daran, meine wunderbaren Musikinstrumente zu spielen.

Und auch mein altes Leiden fing wieder an - das Schnarchen.

Sie sehen, niemand ist gefeit gegen das Schnarchen. Ich hatte angenommen, durch meine ständigen Übungen wäre ich befreit davon, aber mitnichten war es so.

Durch meine panische Zahnarztangst und damit verbunden meine wenigen Zahnarztbesuche und wiederum damit verbunden meine schlechten Zähne, hat sich das ganze gesteigert. Diese Angst wurde mir zum Glück innerhalb weniger Minuten genommen. Ich weiß jetzt auch warum - meine Zahnärztin ist perfekt geschult in NLP - Neurolinguistisches Programmieren.

Die Angst muss ich hier in mein Buch mit aufnehmen, sowie wieder einmal die Zunge. Es ist sehr wichtig, über die Zusammenhänge aufzuklären.

Die Angst beim Schnarchen ist sehr bedeutend für mich gewesen. Die Angst vor dem Ungewissen. Die Angst vorm Zahnarzt, war bei mir seit der Kindheit verwurzelt.

Dies nennt man auch, posttraumatische Belastungsstörung. Also ist als Kind etwas passiert, was man Trauma nennt. Vielleicht war es aber auch der Vater oder die Mutter die das ganze verstärkt haben. Ich nehme an meinen Vater. Aber dies ist eine andere Geschichte.

Ich hatte einen Termin gemacht bei der Zahnarztpraxis und alleine diese Tatsache ließ mich kurzfristig schnarchen. Zum Glück kann ich dagegen steuern. Die Atmung hilft auch bei Ängsten. Und trotzdem, meine Angst steigerte sich auf dem Stuhl in der Praxis und jetzt aufgepasst - der Zahnarzt war eine Ärztin. Sie sprach ganz ruhig mit mir, strich mir einmal über der Wange, ich nahm an, aus Versehen. Nein, dies war ein Beruhigungsanker. Dazu schreibe ich in Teil 2 Angst vor dem Zahnarzt – mein nächstes Projekt - mehr.

Ich war schlagartig so was von gelassen, als hätte ich mir etwas Gutes getrunken oder geraucht.

Meine Angst war weg. Ein Mensch, gar ein Zahnarzt, der mit den Patienten wie mit einem normalen Menschen umgeht, das ist seltenes Gut finde ich. Hier wurde ich als Mensch herzlich empfangen, das macht so was von viel aus. In der Praxis und bei der Behandlung wurde ich von allen, die dort arbeiten, sehr gut versorgt. Wenn jeder Arzt so wäre, dann hätten wir alle keine Ängste mehr.

Ich hatte keine mehr und war in der Behandlung und danach schmerzfrei, ich habe nichts großartig gespürt. Sogar die Betäubungsspritzen taten nicht weh.

Und zudem bin ich war jetzt angstfrei und gehe gerne zum Zahnarzt, zumindest zu dieser Zahnärztin, auch wenn sie 300 km weit weg praktiziert. Dabei waren Zahnärzte einmal meine ärgsten Feinde.

Nach der OP, nach dem Ziehen einiger Zähne hat das mit der Selbstbeherrschung der Zunge nicht mehr funktioniert. Sie hat einen extremen Drang gehabt, die Wunden zu untersuchen. Sie war sehr wissbegierig. Hat dann das gesamte Wissen ans Gehirn übermittelt. 13 Zähne wurden gezogen und es waren dann logischerweise auch 13 Wunden. Katastrophe, ich sagte mir immer wieder „Stopp“, aber dies hielt vielleicht für 10 Minuten an.

Anderseits praktisch für meine Zungenmuskulatur, sie wurde extrem gestärkt. Also sollte man diese „Übung“ zulassen. Nicht zwingen, nicht stoppen. Nervig nach einer gewissen Zeit, zu mindestens die ersten zwei Tage, danach ist es Routine.

Ich bekam nach dem Zähne ziehen ein Gebiss Provisorium. Oben und Unten gleichzeitig. Die Zunge wollte auch das Gebiss über Tag ertasten, ich glaube sie konnte es nicht fassen. Alle Zähne wieder da. Bis hinten hin.

Oben mit einer Gaumenplatte. Diese sollte man in den ersten Tagen nachts ausziehen, das habe ich auch getan und somit fing es an, das Schnarchen.

Nun natürlich über Nacht war auch die Zunge müde vom vielen herumtasten, und so erschlaffte sie über Nacht und ich fing leidenschaftlich wieder an zu schnarchen und erwischte mich dabei selbst.

Über Tag machte ich mir Gedanken, wie ich wieder davon wegkommen könnte. Alte Übungen machen, ganz klar, Backentraining hilft schon mal sehr viel. Mit den Lippen flattern um eine positive Entspannung herbeizuführen.

Nase Mund Atmung, nur diesmal muss man die Nasenflügel soweit wie möglich öffnen. Ganz langsam einatmen nur durch die Nase. Die Nasenflügel sind das A und O an der ganzen Geschichte. Sehr tief und langsam Luft holen. Der Oberkörper, die Schultern weiten sich.

Sie können dabei Sitzen oder Stehen, Liegen sollten Sie vermeiden.

Und jetzt ganz langsam durch den Mund ausatmen. Machen Sie das dreimal. Der Mundraum und besonders die Zunge entspannt. Wenn Sie merken, dass ihre wissbegierige Zunge wieder spielen möchte, dann wiederholen Sie diese spezielle Atmung. Sie hilft direkt und sofort. In der nächsten Nacht, kam es mir so vor als hätte ich einmal einen Ansatz gehabt zum Schnarchen. Und in der darauffolgenden Nacht stellte ich meine Gopro Kamera hin und man sah auf dem Film, ich schlief lächelnd und friedlich mit einer gesunden Atmung, das Schnarchen war weg.

So ist es bis heute. Die Zunge spielt immer noch an meinen Zahnersatz, wie ein glückliches Kind mit ihrem besten und liebsten Spielzeug.

Die Angst vor dem Zahnarzt, die Angst vor den Spritzen, das Geräusch des Bohrers, der Geruch der Praxis sind verschwunden. Ich bin sehr froh, dass diese Zahnärztin viel jünger ist als ich, ich werde sie mein Leben lang „behalten“, und ihr folgen, sollte sie die Praxis wechseln.

Das davor, das Unbekannte, die Ängste, ist zurzeit überwunden. Und glauben Sie mir, ich hatte seit über vierzig Jahren Probleme damit und ich bin damit auch nicht alleine. Jeder Zweite hat Angst vorm Zahnarzt, und jeder zweite schnarcht - nicht immer aus diesem Grund.

Mein zweites Buch, an dem ich gerade arbeite, wird Sie durch die Angst führen, was man damit alles bewegen kann, wie man diese, egal welche, besiegt. Ich musste wieder vieles lernen, vor allem, mich auf meine Kenntnisse mit NLP zu besinnen und schon ging alles besser. Jetzt aber nicht zuviel verraten :-)

Ihr Franz T. Wenke

P.S.: auch als Gebissträger kann man Didgeridoo spielen.